Die Wichtigkeit der Ruhetage aus Familiensicht

Von Aline Indergand, Kantonsrätin SVP, Altnau

Das stetige Wachstum von psychischen Problemen und Herausforderungen bei Kindern und Jugendlichen ist allgegenwärtig. Verschiedene Studien zeigen, dass sich in der Schweiz das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen verschlechtert hat. Sie leiden vermehrt an Depressionen, Angstzuständen etc. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eins ist jedoch klar, die Überforderung der Kinder und Jugendlichen mit den gestiegenen Erwartungen von Eltern und Schulen nimmt zu. Während die Dauerbelastung sowie der Leistungsdruck zunehmen, schwinden Ruhetage mehr und mehr, an denen die Zeit mit der Familie im Vordergrund stehen sollte.

Dabei ist eben genau die Familie als kleinste soziale Zelle das Rückgrat des Staats. Probleme werden in erster Linie in ihr vorgebeugt bzw. wenn doch welche auftreten, werden diese gelöst (oder zumindest zu lösen versucht). Die Familien sind Orte, wo Werte weitergegeben werden, Menschen betreut werden und der Zusammenhalt schon früh gestärkt wird. Wenn Familien geschwächt werden, hat dies unmittelbare Konsequenzen für den Staat. Wenn Familien geschwächt werden, kommt den Staat das richtig teuer zu stehen, auch in finanzieller Hinsicht.

Wie kann das so wichtige Familienband gepflegt werden? Nebst gemeinsamen Familienferien sind keine Tage besser geeignet als die offiziellen Feier- und Ruhetage. Niemand hat Verpflichtungen und in Zeiten mit vollen Agenden ist dies ein besonders grosser Schatz.

Das Klischee, dass an Feiertagen nur gestritten wird, mag in manchen Familien so sein, kann aber sicher nicht verallgemeinert werden – im Ernst: wollen wir uns als Gesellschaft am Negativen ausrichten? Haben wir nichts Besseres zu bieten? Manchmal müssen familieninterne Probleme besprochen werden, es läuft nicht immer optimal. Auch für ernste Gespräche bieten Ruhetage Zeit. Die Familien bringen die Fachkräfte der Zukunft hervor, mit ihnen steht und fällt der Erfolg der Thurgauer Gesellschaft und Wirtschaft.

Um es abschliessend nochmals in aller Deutlichkeit zu betonen: Ruhetage fördern die gemeinsame Zeit mit der Familie. Sie bieten eine willkommene Auszeit vom hektischen Alltag, um Beziehungen zu stärken und gemeinsame Aktivitäten zu geniessen. Familien als kleinste soziale Zelle im Staat werden robuster, können nötigenfalls gesunden und Menschen werden resilient. Mit der neuen Regelung sollen auch Veranstaltungen nicht-religiöser Art erlaubt werden. Dadurch wird sich das Veranstaltungsangebot zwangsläufig erhöhen, was wiederum weniger Zeit für die Familie bedeutet.

Ein Nein zum neuen Ruhetagsgesetz ist ein klares und bekennendes Ja zur Familienstärkung und damit zur Beibehaltung unserer fünf bewährten Ruhetage.